Verschleiss

Ungeschlagen an erster Stelle: Die Nockenwelle 

Paradontose an den Nocken... Deutlich sind die hellen Verschleissmarken auf den Aussenrändern der Nocke zu sehenEin bekanntes Problem ist die geringe Verschleissfestigkeit der original Nockenwellen. !JEDE! Rover Nockenwelle ist spätestens nach knapp 150 TKM in einem derart desolaten Zustand, dass Ersatz dringend notwendig ist. Hier sieht man bereits die abgelaufenen Flanken der Nockenwelle, welche dann zwangsläufig auch die Laufflächen der Hydrostössel angreifen! 

Ja wo isser denn?? Der Nocken?Ich hab selber schon einen Motor gehabt, der eigentlich ohne Probleme lief, aber aufgrund der nachlassenden Leistung dann doch mal untersucht wurde.(Drehte nur noch bis 4000 1/min und kein Abzug mehr!) Es stellte sich heraus dass die Einlassnocke des 7. Zylinders gar nicht mehr da war. Siehe rechts! 
Neue Nockenwellen kosten je nach Typ z.b. bei Federal Mogul knapp 150€. Undbedingt die Hydrostössel, Steuerkette und Ritzel mit austauschen! 
Wieso?? 
Deshalb: 

Defekte Hydrostössel 

Nix mit glatt! Das sind Täler!Auch ein grosses Problem ist der Verschleiss der Hydrostössellaufflächen welcher sich unweigerlich durch die eingelaufene Nockenwelle ergibt. Die Lauffläche eines Hydrostössels normalerweise glatt poliert. Meist sieht man aber anderes.. Die Alpen? 
Auch ist beim Ausbau der alten Hydrostössel darauf zu achten, dass die Stössel in Richtung Nockenwelle und nicht nach oben herausgezogen werden!! 
Wieso? 
Nach unten ausbauen! Nicht nach oben!Durch das gleiten auf der eingelaufenen Nockenwelle bildet sich ein Grat an der Kante der Stössellauffläche. Diese Grate sind breiter als die Passung der Stösselführung. Würde man nun mit Gewalt den Stössel nach oben herauswürgen, hätte das unweigerlich eine Beschädigung der Führungen zur folge. 


Eingelaufenes Abtriebsritzel 
Ebenso zeigt sich bei manchen Nockenwellen auf dem Abtriebsritzel für Verteiler und Ölpumpe gerne ein auffälliges Tragbild. Man sieht das schräge TragbildHier liegen meist Ungenauigkeiten bei der Fertigung des Stirmdeckels als Ursache vor, was einen falschen Eingriff der Schneckenwelle auf das Abtriebsritzel zur Folge hat. 


Steuerkettenrad 
Aber auch die Qualität des Steuerkettenrades lässt sehr zu wünschen übrig. Ursprünglich mit Kunststoff überzogen um die Geräuschentwicklung der Steuerkette zu dämpfen, bröckelt dieser aber nach einiger Zeit ab und das ist das Ergebnis:Alle Zähne weg!Ob man es glaubt oder nicht, dieser Motor ist noch gelaufen! Aber es wäre nur eine Frage kurzer Zeit gewesen bis die Steuerkette auf dem Ritzel übersprungen und einen Motorschaden ausgelöst hätte! 


Kurbelwellenrad 
Auch das kurbelwellenrad ist nicht gerade widerstandsfähig! Am besten gleich alles Ersetzen bevor man irgendwann mal Scherereien hat. Ein kompletter Kit kostet knapp 50 Euro Tragbild beachten!Deutlich ist hier bereits der Abdruck der Steuerkette zu erkennen. Durch die Tragbilder auf dem Ritzel wird der Verschleiss der Steuerkette noch weiter erhöht.... 


Nockenwellenlager 
Auch das einlaufen des ersten Nockenwellenlagers ist ein sehr bekanntes Problem. Die Lagerung wird durch einen permanenten Abwärtsdruck durch den Zug der Steuerkette nach unten gern in Mitleidenschaft gezogen. Die Ölnut auf der ersten Lauffläche ist für das einlaufen verantwortlich! Aber weglassen kann man sie auch nicht! Aber der Austausch ist eigentlich recht unproblematisch. Ein Lagersatz kostet 20 Euro und ist somit auch erschwinglich. 
EingelaufenHier sieht man deutlich bereits eine Erhöhung auf der Lagerschale, diese stammt von der Ölnut des 1. Nockenwellenlagers! 


Wenn wir schon bei den Lagern sind: Die Hauptlager 
Hier zeigt sich deutlich dass Rover im laufe der Jahre hier angefangen hat Kosten zu sparen: Die alten 3.5er Vergasermotoren hatten eigentlich nie Probleme mit den Lagerflächen. Aber Ab 1986 Aufwärts trifft man dieses Problem häufiger an. Entweder verwendete man eine anderes Material für die Kurbelwelle oder man hat die Laufflächen schlecht gehärtet? Auf jeden Fall mal die Lager anschauen! 

Man erkennt eigentlich nur ein paar Riefen, aber die sind schon zu viel!Die Riefen auf der Lagerfläche sollten schon behandelt werden. Entweder man versucht ganz zärtlich mit Schneidöl und mindestens 400er Schleifpapier etwas zu retten oder der Lagerzapfen muss beim Motoreninstandsetzer neu geschliffen werden. Kostet knapp 50 Euro pro Zapfen, aber dann ist wieder alles OK. 

Noch deutlicher sieht man den Verschleiss in der weicheren Lagerschale: EingelaufenNormalerweise hat die Lagerschale eine Zinkfarbene Oberfläche, hier sieht man aber bereits deutlich den roten Kupferanteil der darunterliegenden Lagerlegierung! 

<br< Bei den früheren Motoren noch ein ernstes Problem hat sich bei Rover im laufe der Baujahre eine Besserung des folgenden Problems eingestellt: 

Die Kipphebelwellen 
Der Kipphebelwellenverschleiss ist hauptsächlich auf den verschleiss der Nockenwellen zurückzuführen: 
Wieso?? 
Die abgeriebenen Eisenpartikel der Nockenwelle werden bei der Zirkulation des Öles durch den Motor nicht vollständig vom Ölfilter rausgefiltert. Ein gewisser Anteil verbleibt im Öl und wird durch Druck und Reibung in der Lagerstelle in das weiche Aluminium der Kipphebel eingearbeitet. In den weichen Alu-Kipphebeln sitzen nun Stückchen gehärteten Metalls von der Nockenwelle und schmirgeln wie Sandpapier die Kipphebelwelle zurecht. Wenn Eurer Rover Motor schon das bekannte Nähmaschinenticken hat, dann müsst Ihr beizeiten mal die Kipphebel tauschen. 

Hier sieht man eigentlich nur ein paar RiefenÜbrigens: Meist ist das Innenmaß der Alukipphebel noch Ok und dann wird fälschlicherweise nur die Welle getauscht. Aber unsere alten Kipphebel mit den eingelagerten Partikeln würden der neuen Kipphebelwelle schnell wieder den garaus machen! 

Schon deutlicher erkennbar: Riefen und VerschleissAlso immer Kipphebelwelle und Kipphebel zusammen austauschen, weil sonst bringt es nichts und nach 1000km ticken die Kipphebel wieder..... 

Laufbüchsen 
Obwohl normalerweise eigentlich recht unproblematisch trifft man aber manchmal auf Längsriefen in den Laufbüchsen. Man sollte erst einmal versuchen das ganze vorsichtig nachzuhonen aber wenn die Riefe zu tief ist muss man eine neue Laufbüchse einsetzen und dann wirds teuer... Hatte mir für einen 4.2er ein Angebot machen lassen:8 Laufbüchsen einsetzen,neue Kolben, Kopfflächen planen: 1200 Euro Hier sieht man kleine Riefen in der LaufbüchseBei solchen Kratzern kann man getrost nochmal ein bisschen drüberhonen. Sollten tiefere Kratzer vorliegen muss man in den sauren Apfel beissen und eine neue Laufbüchse reinmachen lassen! 


Das waren die typischen verschleissanfälligen Bereiche im Rover Motor.Aber trotzdem alles mal genauer angucken...